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Dienstag, Juni 20, 2006

Deutsche Börse gibt nicht auf

Anfang Juni schien der Fusionspoker perfekt. Die Fünf-Länder-Börse Euronext entschied sich für eine Vereinigung mit der New Yorker NYSE. Der Große Verlierer war die Deutsche Börse. Gestern teilte der Frankfurter Börsenbetreiber mit, das Unternehmen habe seinen Vorschlag für einen Zusammenschluss mit Euronext modifiziert. Bei gleichbleibenden finanziellen Konditionen (die Deutsche Börse hatte 8,6 Mrd. Euro geboten, die NYSE knapp 8 Mrd. Euro) macht die Deutsche Börse weitere Zugeständnisse im Übernahmekampf und rückt von Frankfurt als Zentrale des fusionierten Börsenkonzerns ab. Weiterhin sollen sich Aufsichtsrat und Vorstand aus einer gleichen Anzahl von Vertretern von Euronext und Deutscher Börse zusammensetzen. Im Falle eines Zusammenschlusses würde die Deutsche Börse den Vorstandschef stellen, die Euronext den Aufsichtsratsvorsitzenden. Für eine Fusion ist man in Frankfurt sogar bereit, das erfolgreiche Xetra-Handelssystem zu opfern. Das neue Unternehmen soll das Aktienhandelssystem der Euronext (NSC) und das Terminhandelssystem der Deutschen Börse (Eurex) übernehmen.
Die weitreichenden Zugeständnisse haben zurzeit noch keinen nennenswerten Einfluss auf den Aktienkurs des Frankfurter Börsenbetriebers. Er schwankte am Vormittag um den Vortagesschluss von 100,52 Euro.

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